... ALLGEMEINES ÜBER DIE HUNDESPRACHE ...

Zur Kommunikation benutzt der Hund alles:
- Gestik
- Mimik
- Körper

Seine unmittelbaren Gefühle und sein Befinden teilt er damit seiner Umgebung mit.

Diese Signale sind:
- Kurz
- Schnell
- Intensiv
und immer ehrlich, da Hunde nie lügen.

Die Kommunikation erfolgt über:

- Die Körperhaltung und/mit entsprechenden Bewegungen
- Die Gesichtsmimik
- Das Blickverhalten
- Dem Geruch
- Der Berührung
- Der Distanz
- Der akustischen Signale

Der Geruch


Die Verständigung mittels Geruch der Hunde untereinander ist ein überwiegend unerforschtes Gebiet.
Das Markieren von territorialen Gebieten bzw. Bereichen erfolgt durch Urinieren, setzen von Geruchsmarken, entweder durch den einzelnen Hund oder einer Meute bzw. Rudel.
Das Wälzen von Hunden auf dem Boden zeigt an, das an dieser Stelle, Duftspuren von Fressbaren (Beute oder Aas), gefunden wurden bzw. vorhanden sind.

Die Berührung

Folgende Arten der Berührung sind bekannt:
- Becken bzw. Hüftschwung
- Anrempeln, direkt oder beim vorbeigehen
- Der Maulgriff
- Das gegenseitige Belecken

Die akustischen Signale

Folgende Arten der akustischen Kommunikation sind bekannt:

DAS BELLEN
- Beim Spielen, der Begrüßung, der Kontaktaufnahme, bei der Verteidigung, als Drohlaut und bei Unbehagen

DAS WINSELN
- Bei Unwohlsein, bei Isolation und Unwohlsein

DAS JAULEN
- Der Hund fühlt sich alleine
- Bei Schmerzen

DAS WINSELN
- Bei Erregung

DAS KNURREN
- Achtungs oder auch Aufforderungssignal

Die Unterwerfung

Folgende Arten der Unterwerfung sind bekannt:

DIE PASSIVE UNTERWERFUNG

Diese Art der Unterwerfung, Hund - Mensch oder Hund - Hund, ist eine Reaktion auf eine Diziplinierung innerhalb einer sozialen Gruppe, im Hunde oder im "Menschen" Rudel.

Sie äußert sich in einer demonstrativen Rückenlage, ohne Blick und Körperkontakt.
Meistens wird der Kopf dabei weggedreht.

DIE AKTIVE UNTERWERFUNG

Auch "soziales Grüßen" genannt.
Diese Unterwerfung wird mit einer hohen Bewegungsaktivität ausgeführt.
Dabei ist die Körperhaltung geduckt und niedrig oder der Hund geht in die Spielstellung.

Die Beruhigungs bzw Beschwichtigungssignale

Diese wichtigen Signale müssen vom Menschen erkannt und umgesetzt werden.
Diese Signale werden auch "CALMINGSIGNALE" genannt.

Gemäß Turid Rugaas sind folgende Calmingsignale bekannt:
- Wegschauen, also den Blick demonstrativ abwenden
- Die schnelle oder langsame Bewegung des Kopfes
- Schnelle oder langsame Bewegungen der Augen und die Augenlider dabei senken oder auch blinzeln
- Wegdrehen von Kopf oder Körper
- Lecken der Nase
- Sitz oder Platz machen
- Der Hund bleibt einfach stehen
- Um Konflikte zu vermeiden, kann sich der Hund zwischen anderen Menschen und Hunde schieben
- Abschnüffel des Bodens
- Starkes wedeln mit der Rute
- Pfote heben

TURID RUGAAS

Quelle: Turid Rugaas - Wikipedia
Turid Rugaas ist eine norwegische international tätige Hundetrainerin und Autorin von Sachbüchern.
Ende der 1980er Jahre begann sie mit ihrem Kollegen Stale Ødegaard die Kommunikation unter Hunden zu untersuchen.
Turid Rugaas ist Präsidentin der Organisation "Pet Dog Trainers of Europe".


ENTSPANNTER HUND

Bei einem entspannten Hund sind:
- Die Ohren aufgerichtet
- Die Rute hängt entspannt runter
- Das Nackenfell liegt glatt an
- Die Stirn ist faltenfrei

EIN HUND DER SICH ABSOLUT WOHLFÜHLT

Dies zeigt er folgendermassen:
- Er wälzt sich mit Drehbewegungen auf dem Rücken
- Er liegt auf dem Rücken


HUNDEBEGEGNUNG

Dies erfolgt folgendermassen:
- Hunde begrüßen sich, indem sie sich in einem Bogen aufeinander zubewegen
- Ob sie dabei positiv oder agressiv gelaunt sind, verraten sie durch ihre Körpersprache
- Beschnüffeln am After vermitteln ihnen Informationen über Selbstsicherheit und Rangstellung
- Bei Unsicherheit bzw. Unterlegenheit wird dies durch anlegen der Ohren und Rute angezeigt
- Wenn der Hund entspannt ist, zeigt er dies durch seitliches stellen der Ohren
- Der untergebene Hund versucht durch Stupsen und Lecken an Schnauze und Ohren den anderen Hund

positiv zu stimmen



RANGORDNUNG - DOMINANZ und UNTERLEGENHEIT

Dies erfolgt folgendermassen:
- Die Klärung der Rangordnung erfolgt spielerisch
- Der unterlegende Hund zeigt dies durch, auf den Rücken legen mit angelegter Rute

DOMINANZ

- Der dominante Hund legt dem Unterlegenden Hund seinen Kopf über den Nacken.

Dabei steht der dominante Hund und seine Rute ist dabei aufgestellt/aufgerichtet



DAS RUDELOBERHAUPT

Beim Zusammenleben Hund - Mensch, muss der Hund den Menschen freiwillig als Rudelführer anerkennen.
Dies erfolgt durch eine konsequente und liebevolle Erziehung.
Die Fütterung des Hundes bzw. der Hunde sollte nur durch das Rudeloberhaupt stattfinden.

VERTRAUEN

Ein Hund zeigt seinem Besitzer das er ihm voll vertraut durch hinlegen auf dem Rücken an.
Dabei lässt er sich an Bauch und Brust streicheln.

Einen aggressiven Hund erkennt man an folgenden Merkmalen:
- Knurren
- Aufgestelltem Nackenfell
- Hochgezogenen Leftzen
- Zähneblecken
Diese Merkmale zeigen an, dass der Hund feindselig und kampfbereit ist.

Wenn ein Hund eine Situation nicht einschätzen kann, zeigt er folgendes Verhalten:
- Beschwichtigen durch Hinsetzen und sich dabei kratzen.

Stimmungsschwankungen beim Menschen nehmen Hunde sehr sensibel auf.
Sie können riechen ob ein Mensch:
- Ängstlich
- Ärgerlich
- Gut gelaunt
ist.

Um den Rudelchef zu beschwichtigen, z.B. wenn dieser den Hund mit ärgerlicher und strenger Stimme gerufen hat, wenden oder zeigen Hunde folgende Merkmale an, um einen Konflikt bzw. Streit zu schlichten oder zu vermeiden:
- Extremes Schnüffeln
- Urinieren
- Zu Graben
- Stehen bleiben
- Den Blick abwenden
- Anlegen der Ohren und Rute
- Die Annäherung zum Rudelchef erfolgt nur sehr zögerlich
Dies wird meistens vom Menschen als Trotzreaktion falsch gedeutet und der Hund wird fälschlicherweise gemaßregelt, was den Hund noch unsicherer macht.
Das richtige Verhalten des Menschen bzw. Rudelchefs wäre, den Hund mit ruhiger und freundlicher Stimme zu rufen und ihn zu loben wenn er gekommen ist.

KORREKTER UMGANG MIT HUNDEN

WEGLAUFEN
Da Hunde Hetzjäger sind, wird beim weglaufen vor dem Hund, der Jagdinstinkt (Jagdtrieb) des Hundes geweckt.
Da Hunde bekanntlich schneller sind als der Mensch, kann beim Stellen der "Beute" aus Spiel sehr schnell Ernst werden. Der Hund stellt entweder seine "Beute" durch lautstarkes Bellen, oder sie bringen die "Beute" zu Fall und beißen sofort zu.

RICHTIGES VERHALTEN (STREICHELN - UMARMEN - SPIELEN)

Besonders Kinder lieben und kuscheln gerne mit Hunden.
Viele Hunde mögen dies nicht bzw. verstehen dies als Angriff und können zubeißen.

Hier einige wichtige Verhaltensmaßregeln:
- Erst den Besitzer fragen ob man den Hund streicheln darf
- Sich langsam ohne Angst zu zeigen dem Hund nähern
- SICH NICHT ÜBER DEN HUND BEUGEN
- Den Hund an der Hand riechen lassen
- Den Hund bei der Annäherung nicht in die Augen "STARREN" oder "SCHREIEN"
- Den Hund nicht über den Kopf streichen bzw. umarmen
- Das Wegnehmen seines Lieblingsspielzeuges muss der Hund zulassen. Keine Gewalt anwenden
- Zum Apportieren sollte man keine spitzen Sachen, z.B.: Stöcke, verwenden. Verletzungsgefahr!

FÜTTERN DES HUNDES

Hier einige wichtige Verhaltensmaßregeln:
- Eigene Hunde werden nur vom Rudelchef gefüttert
- Fremden Hunde darf man nur ein Leckerlie geben, wenn das Ok des Besitzers vorliegt
- Fremden Hunden Leckerlies nur mit der flachen Hand geben und dabei die Hand nicht wieder

zurückziehen.Verletzungsgefahr durch beißen.



KÖRPERSIGNALE

DER UNSICHERE HUND
- Rute hängt ist leicht eingeklemmt
- Geduckte Haltung mit hochgezogenen Schultern
- Seitliche Ohrenstellung bzw. die Ohren sind nach hinten geklappt
- Der Hund geht rückwärts
- Unsicherheit in den Augen

DER ÄNGSTLICHE HUND
- Die Rute liegt flach unterm Bauch an
- Der Hund rennt fluchtartig weg
- Starkes Zittern
- Um der Gefahr zu entrinnen zieht bzw. reißt der Hund an der Leine
- Bei Geräuschen besonders Fremdgeräuschen zuckt der Hund heftig zusammen
- Hektisches schauen in alle Richtungen

DER AGGRESSIVE HUND
- Die Nackenhaare sind hochgestellt
- Er zeigt die Zähne bei hochgezogenen Leftzen
- Die Rute ist senkrecht hochgestellt
- Knurren

DER FREUDIGE HUND
- Er versucht am Menschen hochzuspringen
- Freudiges Bellen bzw. jaulen
- Er leckt den Menschen ab, bevorzugt Hände bzw. Gesicht
- Freundlicher Blick
- Wildes schlagen mit der Rute
- Aufforderung zum Spielen
- Der Hund legt auf den Rücken mit ausgestreckter Rute
- Er stupst bzw. lehnt sich an den Menschen an
- Spontanes urinieren

DER DOMINANTE HUND
- Er liegt immer, da er der Stärkste ist, auf einem erhöhten Platz
- Bei Vollrüden erfolgt das Markieren auch innerhalb der Wohnung
- Beim Gassigang will er "FÜHREN"
- Will vorm Menschen immer durch die Tür gehen
- Macht dem Menschen kein Platz, liegt im Weg rum
- Begegnungen mit Fremdhunden erfolgt mit erhobener Rute
- Besteigt andere Hunde, meistens auf die Schulterpartie

DIE AUKUSTISCHEN SIGNALE DES HUNDES

Um die Aussage beim Bellen des Hundes zu entschlüsseln, sind folgende Faktoren wichtig:
- Die Klangfarbe
- Die zeitliche Abfolge
- Die Körperhaltung

MITTLERE BIS TIEFE TONLAGE - KURZES SCHARFES BELLEN
- Der Hund fühlt sich bedroht
- Dies erfolgt meistens mit einer Drohhaltung

MITTLERE BIS TIEFE TONLAGE - KURZES SCHARFES BELLEN MIT WILDEM HERUMTOLLEN
- Unbändige Freude des Hundes

KURZES MEHRMALIGES BELLEN MIT PAUSEN DAZWISCHEN
- Die Annäherung einer Fremdperson wird angezeigt

TIEFE TONLAGE - LANGSAMES ANHALTENES BELLEN
- Der Hund fühlt sich bedroht, vom Menschen oder anderem Hund

MITTLERE BIS HOHE TONLAGE - SCHNELLES HASTIGES BELLEN
- Der Hund schlägt ALARM

ANHALTENES BELLEN MIT PAUSEN DAZWISCHEN
- Der Hund fühlt sich verlassen, vom Menschen bzw. Rudel

HOHE WINSELNDE TÖNE BEI GESCHLOSSENEM FANG
- Schmerzen werden angezeigt
- Betteln - Schnorren

DEMUTSHALTUNG ZUSAMMEN MIT SCHMATZEN UND SCHLUCKEN
- Der Hund empfindet bzw. hat Schmerzen